Recyclingpapier? Ja bitte.

Die Umwelt schonen und im Trend sein – gibt es da noch Argumente gegen den Einsatz von Recyclingpapieren für den Bürobedarf und für Printpublikationen?

Das jährlich größer werdende Volumen an gesammeltem Altpapier und der entsprechend kontinuierlich wachsende Anteil von Altpapier in der Papierproduktion gibt eine klare Antwort: Wohl kaum! Die Deutschen sind Weltmeister im Sammeln und Wiederverwerten. So betrug die Papierrücklaufquote 2009 83% und die Altpapiereinsatzquote bei der Papierherstellung 71%*.

Und doch haben noch vor einigen Jahren viele Papierentscheider und Verbraucher ganz klar eine andere Meinung vertreten: Recyclingpapier? Nein danke. Was ist passiert? Ganz einfach: Graues, qualitativ minderwertiges Umweltschutzpapier, wie wir es aus der Ökologiebewegung der 80er Jahre kennen, ist genauso Vergangenheit wie der skrupellose, unreflektierte Umgang mit den weltweiten Rohstoffressourcen.

Denn Recyclingpapier überzeugt in vielerlei Hinsicht: Es ist umweltfreundlich, denn es schont die Holzreserven, und bei seiner Herstellung werden nur ca. ein Drittel der Wassermenge und nur ca. die Hälfte der Energie verbraucht, die für die Papierherstellung ausschließlich aus Frischfasern erforderlich sind. Zudem gelangen bei seiner Produktion keine giftigen Chemikalien in das Abwasser. Und es besticht durch seine Qualität: Teilweise ist es von einem herkömmlichen Naturpapier kaum zu unterscheiden. Das „moderne” Recyclingpapier ist deinkt (Deinking = Druckfarbenentfernung) und – je nach der Reinheit des Rohstoffs und der angestrebten Papierqualität – oft gebleicht. Es besitzt somit alle unverzichtbaren Eigenschaften von Frischfaserpapier wie beispielsweise einen hohen Papierweißegrad, Alterungsbeständigkeit, Laser- und Inkjetgarantie, Lebensmittelunbedenklichkeit und FSC-Zertifizierung. Somit kann es problemlos und ohne Kompromisse für den täglichen Bürobedarf und für die Produktion von Broschüren, Mailings etc. eingesetzt werden.

Alle Freunde des leicht grauen, herkömmlichen Umweltschutzpapiers können ebenfalls beruhigt sein: Dies gibt es natürlich nach wie vor als ungebleichtes Recyclingpapier. Oft trägt es den Blauen Engel als dominierendes, höchstes Gütesiegel für Altpapier. Die Auswahl an Recyclingpapieren ist groß. Alle führenden Offsetpapierhersteller und -großhändler, deren Maxime ökologisch Denken und Handeln lautet, haben meistens mehrere ansprechende Qualitäten im Sortiment.

Dass Recyclingpapier nicht mehr nur für Zeitungen, Pappen und Verpackungen, sondern auch für Unternehmensbroschüren eingesetzt wird, wird derjenige schnell feststellen, der Papier aufmerksam und sensibel wahrnimmt. Oder aber er stellt es nicht fest, weil er den Unterschied zu Frischfaserpapier gar nicht spürt.

* Quelle: Verband Deutscher Papierfabriken e. V., Papier 2010